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 Eine in 41 Ländern erhobene Studie zeigt ein düsteres Bild: Schweizer Jugendliche zwischen 11 und 15 ernähren sich ungesund und sind körperlich kaum aktiv. Gemäss aktuellen Studienresultaten aus 41 Ländern essen die meisten Jugendlichen in der Schweiz zu wenig Obst und Gemüse und greifen häufig zu Süssigkeiten sowie zuckerhaltigen Getränken. Zudem bewegen sich weniger als 15 Prozent ausreichend. Dies zeigt eine Befragung von fast 9800 Schülern im Alter von 11 bis 15 Jahren. Der Vergleich mit Jugendlichen in anderen Ländern – die Studie wurde in den USA, Kanada und 39 europäischen Staaten durchgeführt – stellt den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten der Schweizer Schüler ein schlechtes Zeugnis aus.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt Kindern und Jugendlichen, sich täglich während einer Stunde zu bewegen. Die Praxis sieht etwas anders aus: 15 Prozent der Schüler und nur gerade 10 Prozent der Schülerinnen machen soviel Sport. Immerhin 40 Prozent der männlichen und 30 Prozent der weiblichen Befragten sind an mindestens fünf Tagen pro Woche mindestens eine Stunde lang körperlich aktiv, 3 Prozent betätigen sich körperlich überhaupt nicht.
Besonders schlecht schneiden die Schweizer Schüler bei der Bewegung ab: Bei den 11-Jährigen belegen sie unter den 41 beteiligten Ländern den letzten Platz, bei den 13-Jährigen den zweitletzten. Auf Rang 31 liegen sie bei den 15-Jährigen. Die Bewegungsarmut führt dazu, dass ein hoher Anteil der Schüler schon früh mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat. 36 Prozent der weiblichen und 24 Prozent der männlichen Jugendlichen gaben an, sie fühlten sich zu dick. Bereits bei den 11- bis 15-Jährigen haben 16 Prozent der Schülerinnen und 11 Prozent der Schüler mit einer Diät abzunehmen versucht. Darunter auch Normal- oder sogar leicht Untergewichtige.
Auch bezüglich Frühstück zielen die Expertenempfehlungen bei Euch Schweizer Jugendlichen ins Leere. Über 43 Prozent der Schüler und sogar mehr als 50 Prozent der Schülerinnen frühstücken nicht regelmässig, das heisst nicht an jedem Schultag der Woche. Damit gehören die 11- bis 15-Jährigen in der Schweiz im internationalen Vergleich zum letzten Ranglistendrittel. Gesamthaft ernähren sich die weiblichen Schweizer Jugendlichen gesünder als die männlichen, und die jüngeren ausgewogener als die älteren.
Dabei seien eine ausgewogene und angemessene Ernährung sowie regelmässige Bewegung zentrale Voraussetzungen für Gesundheit und Wohlbefinden, schreibt die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) in einer Zusammenfassung der Befragungsresultate. Die Daten wurden mit Unterstützung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der Kantone bereits 2006 erhoben, die Auswertung bezüglich Ernährung und körperlicher Betätigung der 11- bis 15-Jährigen in der Schweiz liegt aber seit vergangener Woche vor. Nur 22 Prozent der männlichen Jugendlichen dieser Altersgruppe assen demnach täglich Obst und Gemüse; bei den weiblichen Jugendlichen waren es knapp 30 Prozent. Die Schüler gaben zudem mehrheitlich an, lieber Fleisch als Fisch und lieber Weiss- als Vollkornbrot zu essen. Was den Konsum von Obst und Gemüse angeht, rangieren die Schweizer im internationalen Vergleich trotz den bescheidenen Werten unter den 15 vorderen Nationen.
Verglichen mit der Befragung von 2002 haben sich die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten der Schweizer Jugendlichen wenig verändert. Das BAG sehe sich aufgrund der aktuellen Resultate nicht zu speziellen Massnahmen veranlasst, sagt eine Sprecherin. Es setze weiterhin auf ein Monitoring-System, um Entwicklungen und Veränderungen zu erkennen. Auf dieser Grundlage werden Präventionsmassnahmen ergriffen und angepasst.
Quelle: NZZ online
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