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Liebe, Sex & Co. Kapitel 2 - Körper
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Körper und Sexuelle Reifung
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Das Liebesdossier wurde geprüft von PLANeS, der Schweizerischen Stiftung für sexuelle und reproduktive GesundheitPubertät
Jeder Mensch verändert sich. Der Körper genauso wie die Psyche. In manchen Lebensphasen passiert aber besonders viel in kurzer Zeit. Zu solchen Lebensphasen gehören die Veränderungen während der Pubertät, aber auch während der Schwangerschaft und während der Wechseljahre. Die äusserlichen Veränderungen werden auch von anderen deutlicher wahrgenommen. Dies kann manchmal angenehm, aber auch lästig sein. Körperlich wird als Beginn der Pubertät bei Knaben der erste Samenerguss und bei Mädchen die erste Regelblutung gesehen. All das sagt aber wenig aus über die weitere körperliche Entwicklung und die innere Reife. Konkret heisst das: Bei jedem/jeder läuft diese Zeit anders ab. Auch wenn andere glauben, über Dich alles zu wissen, lass Dich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Du bist auf deinem eigenen Weg. Vielleicht kann es ja auch mal ganz angenehm sein, in so manchen Fragen von anderen unterstützt zu werden. Deine Meinung bildest Du dir dann aber selbst.
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Die Körperformen von Frauen und Männern unterscheiden sich hinsichtlich Haarausfall im Alter, Gesichtsbehaarung und Bartwuchs, die Form des Gesichtes, die Grösse des Kehlkopfes, die Breite der Schultern, die Ausbildung des Brustkorbes und der Brüste, die Ausprägung der Körperbehaarung, die Linie von Oberarm und Unterarm, die Ausprägung der Muskeln, die Grösse der Hände, den Wuchs der Geschlechtbehaarung, die Breite und Rundung der Hüften, den Umfang der Oberschenkel, die Linie von Ober- und Unterschenkel, die Ausprägung der Wadenformen und die Grösse der Füsse. |
Hormonelle Veränderungen
Im Alter von acht oder neun Jahren beginnen im menschlichen Körper die in der Pubertät zugrunde liegenden hormonellen Veränderungen. Der Körper wächst, da vermehrt Wachstumshormone ausgeschüttet werden. Gleichzeitig kommt es zu einer sexuellen Reifung durch die Produktion von Geschlechtshormonen. Sowohl Östrogene als auch Androgene (z.B. Testosteron) kommen sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper vor, jedoch in unterschiedlichen Mengen. Östrogene werden daher als weibliche und Androgene als männliche Geschlechtshormone angesehen.
Jungen Bei den Jungen wird eine grosse Menge des Androgens Testosteron aus den Hoden freigesetzt. Dies führt zu Muskelwachstum, zur typisch männliche Körperbehaarung (z.B. Barthaar und Brustbehaarung) und weiteren männlichen Geschlechtsmerkmalen. Androgene sind auch an der Zunahme der Körpergrösse beteiligt. Es werden in den Hoden auch kleine Mengen Östrogen gebildet. Dies ist der Grund dafür, dass 50 % der Jungen zeitweise eine vergrösserte Brust haben.
Mädchen Bei den Mädchen werden die Östrogene von den Eierstöcken abgesondert. Die Östrogene verursachen eine Reifung der Brüste, der Gebärmutter und der Scheide. Die Ausbildung weiblicher Proportionen und die Regulation der Menstruationszyklen sind ebenfalls von Östrogenen abhängig. In den Nebennieren der Mädchen werden ebenfalls Androgene hergestellt. Diese beeinflussen das Längenwachstum der Mädchen und regen das Wachstum von Körperhaaren an, insbesondere der Achsel und Schamhaare.
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Liebe, Sex & Co. Kapitel 2 - Körper
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Sexuelle Reifung
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Sexuelle Reifung
Während der Pubertät kommt es zur sexuellen Reifung. Die primären Geschlechtsmerkmale umfassen die Fortpflanzungsorgane, während die sekundären Geschlechtsmerkmale aussen am Körper sichtbar sind und als Zeichen der sexuellen Reife gelten.
Jungen Bei Jungen beginnt die Pubertät mit einer Vergrösserung der Hoden, d.h. die Oberflächenbeschaffenheit und die Färbung des Hodensacks verändern sich. Kurze Zeit später beginnt auch der Penis, die Prostata und die Samenblase zu wachsen und die ersten Schamhaare erscheinen. Erst danach nimmt das Körperwachstum der Jungen zu. Noch vor dem Höhepunkt des Wachstums kommt es zur ersten Ejakulation (Samenerguss). Etwa im Alter von 13 Jahren sind Hoden und Penis fast vollständig ausgewachsen. In dieser Zeit erscheinen auch die ersten Achsel, Gesichts- und Körperhaare und der Stimmbruch setzt ein.
Mädchen Bei Mädchen beginnt die Pubertät mit einem Wachstumsschub und der Entwicklung der Brüste. Das Durchschnittsalter der ersten Menstruation (Menarche) liegt bei 13 Jahren. Es gibt auch Mädchen die ihre erste Periode bereits mit 9 oder erst mit 16 Jahren bekommen. In den ersten 12 bis 18 Monaten findet die Menstruation häufig statt, ohne dass ein Ei aus dem Eierstock abgestossen wird. Dies geschieht jedoch nicht bei allen Mädchen: Schwangerschaften sind möglich. Nach dem Einsetzen des Menstruationszyklus entwickeln sich die Brüste, Schamhaare und Achselhaare erscheinen. Dies dauert durchschnittlich drei bis vier Jahre.
Psychologische Pubertätsmerkmale
Die Pubertät bringt nicht nur körperliche Veränderungen mit sich, sie beeinflusst auch den Gefühlszustand und das Sozialverhalten der Jugendlichen.
Stimmungsschwankungen Wurden Stimmungsschwankungen während der Pubertät früher häufig auf ein erhöhtes Hormonniveau zurückgeführt, ist inzwischen geklärt, dass diese Beziehung zwar besteht, jedoch nicht so stark wie angenommen. Auch Situationen aus dem Alltag in Schule und Familie sind für die Stimmungsschwankungen und Launen verantwortlich. Die Heranwachsenden kommen während der Pubertät vermehrt in problembelastete Situationen, vor allem wenn diese von Erwachsenen bestimmt werden (Unterricht, Arbeit, Familienaktivitäten). Durch die vermehrte Hormonausschüttung wird auf diesen Fremdeinfluss mit stärkeren Gefühlen reagiert.
Beziehung zu den Eltern Man sagt, dass während der Pubertät nicht nur Jugendliche – sondern auch Eltern – schwieriger werden. Jugendliche fühlen sich oft von ihren Eltern nicht mehr verstanden und den Eltern geht es gegenüber ihren Kids genau so. Ein Grund für die auftretenden Probleme zwischen Kind und Eltern kann die verbesserte Urteilsfähigkeit des Kindes sein, wodurch das Handeln der Eltern eher in Frage gestellt und kritisiert wird. Zusätzlich verändern sich mit der körperlichen Reife auch die Rollen der Jugendlichen in ihrem Leben, sie werden erwachsener und möchten dementsprechend behandelt werden. Jugendliche möchten ihre Freizeit selbst gestalten. Eltern fällt es nicht immer leicht dies zu akzeptieren. Sie sorgen sich um ihre Kinder und wollen sie vor Schaden bewahren. Die meisten dieser Streitereien sind jedoch vorübergehend.
Frühentwickler und Spätentwickler Es ist normal, dass die Pubertät nicht bei allen zum gleichen Zeitpunkt beginnt. Dies hat natürlich auch emotionale Auswirkungen, denn die meisten möchten so entwickelt sein, wie andere Gleichaltrige. Doch ob man zu den Frühen, Durchschnittlichen oder Späteren gehört ist genetisch bedingt und kann nicht beeinflusst werden.
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Liebe, Sex & Co. Kapitel 2 - Körper
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Körper
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Vagina, Schamlippen, Kitzler und JungfernhäutchenDeine äusseren Geschlechtsteile kannst Du gut in einem Spiegel sehen, den du dir zwischen die Beine hältst.
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Als Erstes wirst du die grossen (äusseren) Scham- oder Venuslippen sehen, die die kleinen (inneren) Schamlippen umschliessen. Oben, wo die inneren Venuslippen zusammengewachsen sind, gibt es eine kleine, erbsengrosse Erhöhung, die Klitoris, auch Kitzler genannt wird. Die Klitoris selbst ist der sensibelste Bereich für lustvolle Berührungen. Unterhalb der Klitoris befindet sich die Harnröhrenöffnung, danach die Scheidenöffnung, die grösser ist als die | Öffnung der Harnröhre. Der Scheideneingang ist vom so genannten Jungfernhäutchen (Hymen) teilweise verschlossen. Klitoris und Scheidenlippen sind äusserlich mit Hilfe eines Spiegels gut zu sehen. Vor allem die Grösse der Klitoris und die Form der kleinen Schamlippen sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Bei einzelnen Frauen sind die kleinen Schamlippen grösser als die grossen Schamlippen. Die gut ersichtliche Perle der Klitoris misst etwa einen Zentimeter. Während der Pubertät beginnt die Geschlechtsbehaarung zu wachsen. Am Anfang sind die Haare flach, später beginnen sie sich zu kräuseln. Die Scheide oder Vagina ist am Eingang und im ersten Drittel sehr sensibel – im hinteren Bereich, der zur Gebärmutter führt haben Frauen wenig sexuelle Empfindungen.
Die Grösse der klitoris und die Form der kleinen Schamlippen sind von Frau zu Frau verschieden, ebenso die Geschlechtsbehaarung.
Die weibliche Brust Die weibliche Brust besteht zum grössten Teil aus Fett- und Drüsengewebe. Sie bildet sich durch hormonelle Umstellung während der Pubertät aus den so genannten Milchhügeln, die bei beiden Geschlechtern bereits im Mutterleib entstehen. Die beginnende Brustentwicklung während der Pubertät bei Mädchen wird Brustansatz genannt. Die Brustwarzen aus denen beim Stillen die Milch fliesst bildet die Verbindung zu den Milchdrüsen.
| Die Brust ist auch ein Lustorgan, sowohl für die Frau selbst, wie auch für ihren Partner. Dabei unterscheiden sich die Vorlieben für verschiedene Brustgrössen und -formen sowohl bei den Frauen selbst als auch bei Männern stark und haben sich auch durch die Zeit und Modeepochen hinweg sehr gewandelt. |
 | Die Form und Grösse von Brüsten sind erbbedingt und individuell. Dies hat in der Regel nichts mit der Körpergrösse zu tun. Brüste können bis zum Alter von 18 bis 20 Jahren noch wachsen. Es gibt kleine, grosse, hängende, feste, runde oder spitze Brustformen. Die Form der Brust spielt keine Rolle für die sexuelle Empfindsamkeit und die Fähigkeit ein Kind stillen zu können.
Es gibt kleine, grosse, hängende, feste, runde oder spitze Brustformen.
Penis Der Penis ist neben dem Hodensack eines der äusseren männlichen Geschlechtsorgane. Der Penis hat viele Namen; wie „Schwanz", „Zipfel" oder „Glied". Im steifen Zustand wird er „Phallus", „Latte" oder „Ständer" genannt. .Der Penis ist sowohl das männliche „Geschlechtsorgan", wie auch das Ausscheidungsorgan für den Urin. Damit Spermien und Urin getrennt werden, dient im innern des Körpers die Prostata, als eine Art „Weiche".
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Das Aussehen des Penis kann ganz unterschiedlich sein – wobei die verschiedenen Formen und Grössen alle normal sind. Unabhängig davon, wie lang, dick, dünn oder gekrümmt Dein Penis ist, wirst Du sexuelle Befriedigung empfinden können. |
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| Die Peniswurzel, dort wo der Penis beginnt ist am Becken über Muskeln und Bänder befestigt. Der Penis oder Penisschaft geht am vorderen Ende in die Eichel über. Die Eichel ist von der Vorhaut umgeben, die bei beschnittenen Männern entfernt wurde. Die Vorhaut besitzt eine Hautfalte zur Unterseite des Penis, das Vorhautbändchen (Frenulum).Unter der Vorhaut sondern sich Zellen und Talg ab, die bei mangelhafter Hygiene mit Resten von Urin das Smegma (Ziger) bilden. |
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| Der Penis enthält drei Schwellkörper. Die zwei Schwellkörper an der Oberseite werden als Penisschwellkörper bezeichnet. Ein weiterer Schwellkörper, der Harnröhrenschwellkörper verläuft an der Unterseite. Im Harnröhrenschwellkörper verläuft die Harnröhre. Bei sexueller Erregung füllen sich die Schwellkörper mit Blut, wodurch der Penis grösser und hart wird, es kommt zur Erektion (= Aufrichtung, Versteifung).
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Liebe, Sex & Co. Kapitel 2 - Körper
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Intimpflege
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Intimpflege beim Mann
Mit der Pubertät verändern sich auch die Drüsen und es ist normal, dass Du stärker schwitzt. Körperhygiene ist deshalb wichtig und besonderes auch die Intimhygiene. Am Penis, besonders unter der Vorhaut bildet sich aus Rückständen von Zellen und Urin das Smegma (Ziger). Dies riecht nicht nur unangenehm, sondern dient Bakterien und Viren als Nährboden. Dadurch könntest Du Deiner Freundin beim Sex einen Virus (HP-Viren) übertragen, die zu Gebärmutterkrebs führen können. Zieh beim Duschen oder Waschen täglich die Vorhaut zurück und spüle Eichel, Rillen und Falten gründlich mit Wasser aus. Auch beschnittene Männer sollten sich regelmässig gründlich reinigen. Verwende klares Wasser oder milde Waschseifen bzw. PH-neutrale Waschlotions. Nach dem Waschen sollten möglichst alle faltigen Bereiche abgetrocknet werden. Das macht es Pilzen schwerer, sich fest zu setzen. Ach ja, und noch etwas: wechsle den Waschlappen häufig, am besten jeden Tag; Waschlappen sind die grössten Bakterien- und Pilzherde. |
Intimpflege bei der Frau
Die Scheide ist eine feuchte, warme Höhle, die von einer Schleimhaut ausgekleidet ist und einen pH-Wert von ungefähr 4 hat. Es sind Bakterien, die diesen sauren Bereich aufrechterhalten, so genannte „Döderlein-Bakterien". Das saure Milieu bietet eine natürliche Barriere gegen krankmachende Bakterien, allerdings wird dieses Gleichgewicht leicht gestört. Ungesunde Ernährung (vor allem zu viel Zucker!), Stress, psychische Belastungen oder gewisse Medikamente wie z.B.Antibiotika können den natürlichen Schutzwall schwächen. Dann können sich Bakterien, Viren oder Pilze festsetzen. Wasche Dich mit lauwarmen Wasser von vorne nach hinten, so dass keine Bakterien vom Darm zum Scheideneingang gelangen können. Am besten geht das unter der Dusche und achte, dass Du in alle Falten kommst. Auf keinen Fall solltest Du dazu Seife verwenden. |
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